"Filme-Machen wirklich Knochen-Arbeit"

Veröffentlicht: Freitag, 05. Dezember 2014

(Artikel aus "www.ovb-online.de" vom 05.12.2014 zum Gewinn des Camgaroo Awards 2014)

Nach der Premiere ihres Films "Schüler-Tools" Mitte Juli (wir berichteten) fanden die Schüler der Klasse 9 an der Grund- und Mittelschule Unterwössen keine Ruhe vom Filmgeschäft: Ihr Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Jetzt gab es einen vorläufigen Höhepunkt, als "Schüler-Tools" im festlich herausgeputzten Filmtheater Sendlinger Tor in München mit dem "Camgaroo Award", dem Oscar der Hobbyfilmer, geehrt wurde.

 

Camgaroo Preisverleihung
Camgaroo Preisverleihung

Camgaroo Preisverleihung

© OVB
Große Freude auf der Bühne des Filmtheaters Sendlinger Tor in München: Die Klasse 9 der Grund- und Mittelschule Unterwössen räumt den begehrten "Camgaroo Award" in der Kategorie "Schulfilm 2014" ab. Es freuen sich (von links) Lehrer Josef Parzinger, Schulleiter Otto Manzenberger, die Vertreter der Klasse Lisa Kaindl, Lena Fiedler, Ana-Luisa Nieß, Lisa-Marie Frey, Kathi Schlaipfer, die Moderatorin der Preisverleihung Tina Kaiser und Gabriele Lechner als Initiatorin des "Camgaroo Awards". Foto Björn Kindler, LechnerMedia / Camgaroo, München


München/Unterwössen - In nur drei Tagen im April des Jahres, gefüllt mit höchsten Herausforderungen an Team und Schauspieler, hatten die Schüler der damals achten Klasse die Dreharbeiten im Kasten. Großen Anteil hat Filmemacher Roland Kanamüller. Der ist mit Schulrektor Otto Manzenberger befreundet. Ihr erstes gemeinsames Filmprojekt liegt 17 Jahre zurück. Seitdem drängen die Schüler jeder Unterwössner Klasse, mit ihnen einen Film zu drehen.

"Schüler-Tools" machte wie seine filmischen Vorläufer - zuletzt "Das fiese Orakel" I und II - schnell Furore. Das reichte zunächst bis Oktober zu den Filmtagen Bayerischer Schulen 2014 in Gerbrunn bei Würzburg. Fünf Schüler, Kerstin Pertl und Schulrektor Otto Manzenberger vertraten dort den Film und standen dem Publikum Rede und Antwort.

"Da sieht man wieder, dass es sich lohnt, sich anzustrengen"

Die interviewten Schüler zeigten sich in bestem Licht. Die Filmjury zeichnete "Schüler-Tools" als Landessieger aus. Weiter erhielt das Werk einen von elf Förderpreisen.

Am meisten freute die Unterwössner, dass sie am Ende den Publikumspreis erhielten. Die Schüler fühlten sich "total geplättet" und "wussten nicht, wie ihnen geschah", berichteten sie im Nachhinein. Ana Luisa Nieß und Lisa-Marie Frey waren sich einig: "Da sieht man mal wieder, dass es sich lohnt, sich anzustrengen. Denn Filmemachen ist wirklich Knochenarbeit."

Da wussten beide noch nichts vom Münchner Erfolg kurz darauf. "Schüler-Tools" errang im Filmtheater Sendlinger Tor in München den "Camgaroo Award". Seit 2000 kommen alljährlich namhafte Persönlichkeiten aus Film, Medienwelt und Wirtschaft zur Verleihung. Der Camgaroo Award gilt als innovativer Filmwettbewerb für Nachwuchsfilmer. Fernsehen und Kino produzieren eine ganze Reihe von Spielfilmprojekten und Dokumentationen mit Camgaroo-Preisträgern.

"Als Team Opfer und Spitzenleistungen erbracht"

Die Jury um Schauspieler Heinz Hoenig nominierte aus rund 400 eingereichten Beiträgen 60 Filme in zehn Kategorien. Hoenig war von der Vielzahl der innovativen Filmbeiträge und deren Inhalt begeistert. Die wurden in Ausschnitten, ähnlich der Oscar-Verleihung, vorgestellt.

Die Unterwössner erhielten die begehrte Auszeichnung in der Kategorie Schulfilm, dazu einen wertvollen Sponsorenpreis. Schulleiter Otto Manzenberger sieht die Erfolge der Unterwössner Filme "als einzigartig".

Filmen, mit dem Blick eines Außenstehenden eher eine Flucht aus dem Schulalltag, ist harte Arbeit, schildert der Rektor: "Mit der harten, konzentrierten Arbeit hin zum Filmerfolg werden aus nur bedingt konzentrationsbereiten, jungen Menschen hochmotivierte Hochleistungsarbeiter, die - im Team zusammengeschweißt - Opfer und Spitzenleistungen erbringen." Gerade Schüler, die der Schule ansonsten wenig abgewinnen, erwiesen sich als besonders engagiert, berichtet Manzenberger. Jedem Mitwirkenden, gleich ob vor oder hinter der Kamera, gäbe der Film als solcher bereits das gesunde Selbstbewusstsein. "Die Filmpreise unterstreichen die Leistung und verstärken den wahrgenommenen Erfolg", so der Schulleiter über den Sinn eines solchen Projektes. lfl

 

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