Herzliche Verabschiedung eines historischen Jahrgangs

Veröffentlicht: Montag, 27. Juli 2020 Geschrieben von Otto Manzenberger

Nach der Zeugnisvergabe hob Angela Lorang-Borgmann vom Elternbeirat die besten Schüler hervor und überreichte ihnen kleine Geschenke.

Schule Entlassfeier 1
Schule Entlassfeier 1

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Sophia Grätz (von links) und Vitus Voit führen die Reihe mit einem Durchschnitt von 1,6 im Zeugnis an. 1,7 erreichten Anton Fritschka, Samuel Komorek und Lena Murawski. Mit einer 1,8 gehört Tonio Weber zu den besten Sechs der Klasse. Im Hintergrund Angela Lorang-Borgmann und Rektor Otto Manzenberger.

Wie ein Ringannouncer, ein Ansager weltweit übertragener Boxereignisse, startete vor lauter Musik Rektor Otto Manzenberger in die Feier der Abschlussklasse der Grund- und Mittelschule. Dem diesjährigen “historischen Prüfungsjahrgang“ wie Manzenberger es nannte, wurde das gerecht, der Stimmung im Alten Bad mit den weit voneinander gerückten Einzeltischen – pro Familie und pro Ehrengast einer – vielleicht nicht ganz.
Historisch ist der Klassenverbund nicht nur wegen der Corona-Auswirkungen im Prüfungszeitraum, nicht nur weil die Prüfungsarbeiten erstmals in der Turnhalle geschrieben wurden. Historisch ist nach Manzenberger der beste Notenschnitt in der Klasse, an den er sich erinnern könne, und die Leistungsdichte mit insgesamt sechs von 19 Schülern mit einem Notenschnitt unter 2,0. Das sieht der Rektor besonders bemerkenswert, weil „die Situation alles andere als einfach für euch“ war.
Ursache für so ungewöhnliche Leistungen sieht er in einer seit der 5. Klasse gewachsenen Gemeinschaft, in der die Zugpferde die anderen mitrissen. Humorvoll, begeisterungsfähig, zielorientiert und fleißig sieht er die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9. Beigetragen habe das Umfeld: In dem kleinen, überschaubaren Standort Unterwössen sieht der Rektor einen Vorteil. Da waren die Eltern, die die Schüler unterstützten und die Ideen der Lehrerschaft mittrugen. Da waren die Lehrer, gute Lehrer, die förderten, sieht Manzenberger. Und aus all dem rage eine kleine Person, die als Klassenlehrerin immer wieder auf gefühlte 5,80 Meter anwächst, wenn sie dafür sorgt, dass die Schüler spuren.
In Corona Zeiten – Corona stehe da für Krone – habe sich Christina Stockhammer ihre Krone als Quali-Königin 2020 verdient. Manzenberger steckte ihr ein Diadem ins Haar. Zugleich war er ein wenig wehmütig, denn nach vielen Jahren verlässt Christina Stockhammer die Schule für ein Jahr Auszeit.
Auch Katharina Lechner geht in den Ruhestand. Die bewährte Sachbearbeiterin der Arbeitsagentur Traunstein, erhielt von Otto Manzenberger ein Geschenk. Über viele Jahre habe sie mit profundem Wissen in angenehmer Zusammenarbeit den Schülern der Abschlussklassen den Weg ins Berufsleben oder in die Weiterbildung aufgezeigt.
An die Schüler wandte sich Manzenberger mit einem Schlusswort: „Vielen Dank an Euch, alles Gute auf eurem Lebensweg. Nutzt Eure Talente und schaut mal wieder vorbei!“
„Ihr wart schon mit Abstand der größte Katastrophenjahrgang“, meinte Klassenlehrerin Christina Stockhammer, zu ihrer Klasse. Sie erinnerte an zwei Wochen verlängerte Weihnachtsferien im Schneechaos der achten Klasse, das Schulfrei wegen Sturmtief Sabine in der neunten. Und als wir nach den Weihnachtsferien das erste Mal von dem Virus hörten, konnten wir uns nicht annähernd vorstellen, welche Auswirkungen das hatte. Die Sorge um die Gesundheit in den Familien, nicht zu wissen ob die Abschlussprüfung stattfinden, die lang geplante Abschlussfahrt abgesagt und nicht mehr in die Schule gehen können oder dürfen. Es fehlten die Klassenkameraden und die Gespräche, die Pause und das analoge Lernen. Am Ende Vermissten die Schüler selbst die Lehrer. Für die Lehrer war es genauso Neuland.
So war es Freude und Dankbarkeit mit denen die Klasse in der zweiten Woche nach den Osterferien in die Schule ging. Ein „Jetzt erst recht“ schien der Motor als alle das Ziel ausgaben einen guten Abschluss zu machen und sich richtig anstrengten. Nach drei Wochen konnten alle die praktischen Prüfungen sehr erfolgreich absolvieren. Nach den Pfingstferien ging es mit einer sehr intensiven Prüfungsvorbereitung weiter. „In Mathe wart ihr unersättlich, ich hab‘ schon fast nicht mehr gewusst, wo ich noch Aufgaben her zaubern sollte.“ Die Turnhalle wurde zum Klassenzimmer und vielleicht auch ein bisschen zu einer Insel der Glückseligen, fand Stockhammer.
In der Schlussbetrachtung nach bis zu neun Schuljahren trug vieles an der Schule die Handschrift der jetzigen Neunten. Schulfeste, Schulversammlung und Schulfasching, aber auch Hilfsbereitschaft, Engagement, Ausdauer, Humor und Zuverlässigkeit seien die Kennzeichen. „Es war mir jeden Tag in den drei Jahren eine große Freude euch unterrichten zu dürfen, eure Entwicklung mitzuerleben und ein bisschen mit zu beeinflussen. Ihr wart immer ein Team und habt neue Mitschüler sofort integriert. „Ich bin mir ganz sicher, ihr werdet alle euren Weg gehen. Ob in der Schule oder in der Ausbildung, bleibt einfach so wie ihr seid!“ „Ihr werdet mir gescheit fehlen“. Stockhammer, bedankte sich aber auch bei dem Kollegium, den Eltern und dem Schulpersonal für die gute Zusammenarbeit.
Die Schüler selbst stellten sich humorvoll in einer Bilderpräsentation auf der Leinwand vor. Gedichte, die in Zusammenarbeit mit Anja Voit entstanden, gaben einen lustigen Einblick in das Schulleben, aber auch in die Gefühlswelt. Das Dankeschön der Schüler für neun Jahre an der Schule sprachen die Klassensprecher Lena Murawski und Anian Tatzel.
Blicken beide zuerst zurück über die Ereignisse der Schuljahre blieben sie ausführlich in der Corona Zeit hängen. „Das Virus hat alles verändert. Nichts mehr war, wie es vorher war. Die Zeit hat uns viel abverlangt und einiges kaputt gemacht. Die Klassenfahrt und unser Sommerball entfiel, der geplante Schulstreich fiel aus.“
Murawski und Tatzel sagten vor allem der Klassenlehrerin Christina Stocker Dank. Sie sei unheimlich engagiert, habe die Klasse gepusht, und sei mit ihren Schülern durch dick und dünn, laut und leise, Geflüster und Geschrei, Geschimpfe und Gefluche gegangen. „Danke für alles Liebe, Frau Stockhammer.“
Die Klassensprecher dankten der vorangegangenen Klassenlehrerin Carolina Harnisch und auch den Eltern, „die ihr an uns geglaubt habt.“ Die Schüler bedankten sich mit Geschenken bei den Begleitern durch ihr Schulleben. Besonders sympathisch kam herüber, dass die Klasse sich insbesondere an die Leistungen ihrer beiden Klassensprecher während der Corona Zeit erinnerte, und beide dafür beschenkte.
„Ich bin jetzt siebenmal dabei. Und die Schule schafft es immer wieder, besondere Schüler und Klassen hervorzubringen“, sah Bürgermeister Ludwig Entfellner. „Mit dem Handwerkszeug aus einer solchen Schule wird euch euer weiterer wie Lebensweg gelingen. Und eins hat uns die Corona Krise gelehrt. Es geht immer weiter und es gibt immer einen Weg.“ Die Ursache für den Erfolg der Grund und Mittelschule Unterwössen sieht der Bürgermeister in der Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern, Eltern und dem Elternbeirat. Er dankte aber auch dem Förderverein, der an der Schule vieles ermöglicht. An die Schüler gewandt rief der Bürgermeister auf: „Nehmt, was ihr an menschlichen Erfahrungen und schulischem Rüstzeug erfahren habt, mit in den neuen Lebensabschnitt und denkt ab und an an eure Schule zurück.

Schule Entlassfeier 2
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Nach der Zeugnisvergabe hob Angela Lorang-Borgmann vom Elternbeirat die besten Schüler hervor und überreichte ihnen kleine Geschenke. Sophia Grätz (von links) und Vitus Voit führen die Reihe mit einem Durchschnitt von 1,6 im Zeugnis an. 1,7 erreichten Anton Fritschka, Samuel Komorek und Lena Murawski. Mit einer 1,8 gehört Tonio Weber zu den besten Sechs der Klasse. (Text/Foto LFlug)

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