WössenCops gewinnt Förderpreis

Veröffentlicht: Montag, 16. November 2020 Geschrieben von Otto Manzenberger

Online standen Darsteller und Filmemacher der Jury Rede zum Schulfilm „Die WössenCops – Fake News“. Stehend Rektor Otto Manzenberger und Klassenlehrerin Dorina Wilschke.
Online standen Darsteller und Filmemacher der Jury Rede zum Schulfilm „Die WössenCops – Fake News“. Stehend Rektor Otto Manzenberger und Klassenlehrerin Dorina Wilschke.

Online standen Darsteller und Filmemacher der Jury Rede zum Schulfilm „Die WössenCops – Fake News“. Stehend Rektor Otto Manzenberger und Klassenlehrerin Dorina Wilschke.

Unterwössen – Der Film der Grund- und Mittelschule Unterwössen »Die Wössen Cops – Fake News« ist nicht nur einer der Landessieger der Filmtage bayerischer Schulen, der gut 20-minütige Streifen heimste zudem den Förderpreis der Bavaria Film AG ein.

Die Jury der Filmtage stellte in ihrer Laudatio fest: »Es wirkt, als sei bei diesem Spielfilm-Großprojekt die ganze Schule und halb Unterwössen mit auf den Beinen gewesen. Macht weiter so!« Ein schönes Ergebnis zum Jubiläum »25 Jahre Filmarbeit« an der Grund- und Mittelschule Unterwössen in einem Jahr, in dem Corona-bedingt nicht viel ging.

 »Wössen Cops – Fake News« entstand als Klassenprojekt der vormals 6. Klasse mit ihrer damaligen Klassenleiterin Carolina Harnisch. Hatten viele im 25. Jahr der Schulfilmerei an der Unterwössner Schule mit einer Fortsetzung der beliebten und mehrfach preisgekrönten Trilogie um »Das fiese Orakel« gerechnet, nun wurden sie eines Besseren belehrt. Die »Wössen Cops« sind die neuen Protagonisten für eine spannende Kriminalkomödie um eine Chaostruppe, die einen kniffligen Fall zu lösen hat. Zur Preisverleihung der Filmtage standen die Hauptdarsteller und andere hinter der Kamera der Jury online Rede und Antwort.
Die Filmtage sind das älteste Festival seiner Art in Deutschland. Schüler quer durch sämtliche Schularten des Freistaats reichten rund 100 Videokurzfilme ein. Das Filmspektrum war breit gefächert: Es reicht vom Spielfilm über den Trickfilm über Dokumentarische bis hin zu eher experimentellen Arbeiten. Anders als bei den meisten einschlägigen Festivals gibt es keinen ersten, zweiten, dritten Preis. Wer in die engere Auswahl des letzten Wochenendes kommt, ist Landessieger und kann dort zusätzlich von der Jury einen der begehrten Förderpreise erhalten. Die Zuschauer wählen ihren Favoriten zusätzlich für den Publikumspreis.
Das Festival fand unter Corona-Vorzeichen virtuell statt. Die teilnehmenden Schüler konnten die eingereichten Filme online gemeinsam erleben. In einem geschützten Webspace präsentierten sich die Filmgruppen mit ihren Produktionen gegenseitig. Sie beantworteten per Videokonferenz Fragen zu ihren Filmen.
Das filmische Wissen für »Wössen Cops – Fake News« brachten der Filmemacher Roland Kanamüller und Schulleiter Otto Manzenberger mit ein. Eine fiese Erpressung droht der Schule in den sozialen Medien und bringt Stress. Die Aufregung bindet alle Kräfte von Lehrern und Schülern. Da haben die drei »Wössen Cops« mit ihrem berüchtigten Ruf »Sie helfen da, wo keiner will!« gerade noch gefehlt.
»Wir wollten so etwas wie 'Hubert und Staller' machen«, so der Hauptdarsteller des »Wössen Cop« Basti (alias Marian Purrer) im Online-Gespräch zur Filmvorstellung. »Ja, das haben wir gemerkt, liebe Unterwössner«, hieß es aus Jury, »aber wer will denn jetzt das Original noch sehen, wenn euer Film so viel witziger und charmanter ist als die professionelle Vorlage?«
In der Laudatio hieß es weiter: »Alle werden auf die Schippe genommen, jeder bekommt sein Fett weg – Schüler, Lehrer, Veganer, Einheimische und die Polizei. Ein Kriminalfall um die Filmgruppe muss gelöst werden, aber worum es dabei geht, ist eigentlich vollkommen unerheblich. Viel wichtiger sind die schrägen und oft mehr unbeholfenen als hilfreichen Ermittlungsmethoden und die abgefahrenen Special-Effects. Ein Maulwurfshügel wird mit viel Wumms gesprengt, eine Alarmanlage zufällig deinstalliert und der Sportlehrer muss zur Strafe als Stuntman vom Dach springen. Obendrauf gibt es dicken Dialekt und Kostüme, die die Charaktere sofort erkennbar machen. Dazu die Spielfreude des Schauspielensembles, das völlig abgezockt derbe Sprüche klopft.«
So war die häufigste Frage in der Videokonferenz und dem parallel verlaufenden Chat an die Unterwössner, wie ein solches Drehbuch entstehen konnte. Basti (Marian Purrer), Lizzy (Franziska Haslreiter) und Oh Leck (Mohamed Bashir) gaben gern Antwort. Das Drehbuch entstand aus einer angeregten Zusammenarbeit im Klassenverband. Täglich bis zu zwölf Stunden wurde an verschiedenen Schauplätzen gedreht und das eine Woche lang. Die Filmarbeit habe an der Schule eine lange Vorgeschichte, sodass inzwischen alle begeistert mitziehen. Themen in der Videokonferenz waren zudem die Stuntszenen von Sportlehrer Hanns Ostermaier und die Special Effects von Simon Manzenberger.
Für den professionellen Filmemacher Roland Kanamüller ist dieser Film deshalb der schönste, weil sich in ihm mehr noch als in den Vorgängern das Engagement der Schüler, ihrer Familien, vieler Unterwössner widerspiegelt. Diese Unterstützung »hat’s verdammt gut gemacht.«
Bürgermeister Ludwig Entfellner sieht in der Filmarbeit eine 25-jährige Erfolgsgeschichte, ein Alleinstellungsmerkmal an der Schule. Den Schülern vermittele sie Praxiswissen und Arbeitserfahrungen für das spätere Leben. Der Gemeinde bringe sie große Ehre. Einmal mehr treffe es zu, wenn es heißt, dass die Grund- und Mittelschule Unterwössen eine Schule des Lebens für das Leben sei. Entfellner äußert Respekt, dass die Schüler die großen Schritte auf die Bühne wagten. Kreativität und Selbstbewusstsein sind eine große Gabe. Ihm gefällt, dass der diesjährige Film gesellschaftskritische Themen wie »Fake News« aufnimmt.
Und Rektor Manzenberger? Der brennt nach wie vor für die Filmarbeit und hat einen riesigen Spaß am Erfolg auch dieses Films. »Die Filmarbeit an der Grund- Mittelschule Unterwössen ist so erfolgreich wie wohl an keiner anderen Schule der südostbayerischen Region«, findet er. Neben dem Spaß am Dreh treibt ihn vor allem der pädagogische Nutzen an. »Die Filmarbeit vermittelt den Mitwirkenden das Rüstzeug für die Arbeit im Team, sie belohnt mit Erfolgen die zielgerichtete Arbeit und tut generell dem Selbstbewusstsein und der Persönlichkeitsbildung der Schüler gut.«
Die Erfolgsgeschichte des Films liest sich beeindruckend mit einem ersten Preis beim Jugendkurzfilmfestival Trostberg 2019, dem Preis des Publikums 2019 im Jufinale Pfaffenhofen, dem Sieg beim Sieger Camgaroo Award 2019, auch Oscar der Hobbyfilmer genannt, und jetzt Landessieger und Förderpreisgewinner bei den Filmtagen 2020. Der ganze Film ist im Sekretariat der Schule gegen eine Spende erhältlich. lukk

 

 

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