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Lauftag 2026 mit Olympiasiegerin Daniela Maier

Veröffentlicht: Montag, 18. Mai 2026 Geschrieben von Otto Manzenberger

Olympiasiegerin Maier als „Vorturnerin“ in Unterwössen: Tipps und Geheimnisse für 500 Schüler
von Ludwig Flug

Lauftag 2026 Unterwössen
Lauftag 2026 Unterwössen

Lauftag 2026 Unterwössen

Olympiasiegerin Daniela Maier leitet beim Lauftag der Schulen in Unterwössen ein gemeinsames Aufwärmtraining mit zahlreichen Grundschulkindern auf dem Sportplatz an © Flug


Hoher Besuch in Unterwössen: Skicross-Olympiasiegerin Daniela Maier motivierte rund 500 Schüler beim jährlichen Lauftag. Sie erzählte von Siegen sowie Niederlagen und leitete das Aufwärmprogramm für den großen Spendenlauf.

Unterwössen – Skicrosserin Daniela Maier, diesjährige Olympiasiegerin in Livigno, stand vor den Schulkindern in der Aula der Grund- und Mittelschule Unterwössen und erzählte, wie man sich eine Goldmedaille erkämpft. Eingeladen hatte die Grund- und Mittelschule Unterwössen mit Lehrer Michael Mayer zum jährlichen Lauftag der Schulen. Neben der Unterwössner Schule nahmen die Grundschüler aus Reit im Winkl, Schleching und erstmals Marquartstein-Niedernfels teil.
Die Aula war voll besetzt, als Maier sich kurz vorstellte. Aufgewachsen in Furtwangen im Schwarzwald ist sie seit einigen Jahren in Marquartstein zu Hause. Sie ist Polizeiobermeisterin bei der Bundespolizei, ihr Alltag ist Training am Leistungssportzentrum in Bad Endorf.
Sie verwies auf die mitgebrachten Bilder auf der Leinwand: „Da seht ihr eine kleine Dame, die ungefähr in eurem Alter war und die unheimlich viel Spaß an Sport hatte. An jedem Sport.“ Maier zeigte auf das passende Foto.
Als Kind habe sie im Wohnzimmer Rad geschlagen, Hoch- und Weitsprung betrieben und sei jahrein, jahraus auf den Skiern unterwegs gewesen. „Bei Sturm, bei Sonnenschein, bei Regen.“ An Olympia habe sie dabei keinen Gedanken verschwendet. Ihr Vater habe den Skicross irgendwann selbst ausprobiert und gemeint, das sei genau das Richtige für sie. „Das habe ich dann gemacht. Und das war es dann.“
Zur Karriere gehörten auch Rückschläge. Ein Knorpelschaden im Knie 2017 erforderte drei Operationen; ein Syndesmosebandriss 2024 warf sie erneut zurück. Sie habe sich jeweils Schritt für Schritt zurückgekämpft, sagte Maier. „Wenn ihr beim Laufen denkt, ich kann nicht mehr, denkt daran, dass es wichtig ist, noch mal eine Stufe weiterzugehen. Das lohnt sich.“
Dann prasselten die Fragen: Wie schnell sie fahre? „Zwischen 60 und 80 Stundenkilometern, Spitzengeschwindigkeiten knapp unter 100.“ Wie sich ein Zieleinlauf anfühle? „Ich stecke voll in dem Moment. Ich habe so eine gefühlte Leere. Zugleich fühle ich: In dem Moment, bin ich ich.“ Ist die Goldmedaille wirklich aus Gold? Maier schüttelte den Kopf. „Die ist nicht Gold.“ Innen bestehe sie aus Silber, außen trage sie eine feine Goldschicht.
Schulrektor Otto Manzenberger verwies auf einen anderen Skicrosser: Tim Hronek. Der war hier Schüler. Maier war überrascht. Die beiden kennen sich gut. Hronek war in Livigno selbst am Start, schied nach einem regelwidrigen Ellenbogencheck im Halbfinale aus und belegte Platz sechs.

Viele Schulkinder starten gemeinsam beim Lauftag der Schulen auf der Laufbahn vor einem „Start/Ziel“-Banner © Flug
Viele Schulkinder starten gemeinsam beim Lauftag der Schulen auf der Laufbahn vor einem „Start/Ziel“-Banner © Flug

Viele Schulkinder starten gemeinsam beim Lauftag der Schulen auf der Laufbahn vor einem „Start/Ziel“-Banner © Flug

Inzwischen waren die Schüler der auswärtigen Schulen eingetroffen und ab ging es in das benachbarte Stadion am Zollweg. So bei der Sache, wie jetzt im Aufwärmen mit Daniela Maier, sind die Schüler sonst nie. Die Rasenfläche wimmelte von rund 500 Schülern, die eifrig die Übungen nachmachten, die die Olympiasiegerin in einem abwechslungsreichen Aufwärmprogramm vorturnte. Offensichtlich hatte Maier genau so viel Spaß wie die Kinder. „Jetzt nach der Saison ist es etwas ruhiger. Da kann ich für so einen schönen Termin schon einmal mein Training etwas im Tag verschieben“, erklärte sie auf unsere Nachfrage.

Für die Schüler ging es nun – wunderbar aufgewärmt – in den Hauptlauf des Tages. Angeführt von Lehrer Mayer und einer Schülergruppe in leuchtenden Westen starteten die Kinder im Massenstart im Stadion. Die Strecke führte über die Laufbahn aus dem Stadion hinaus, um den nahen Wertstoffhof herum und über den Streichenweg zurück. Am Stadion vorbei liefen sie in die nächste etwa 1,7 Kilometer lange Runde, wenn die Ausdauer für die nächste Runde noch hergab.
„Die Kinder haben sich recht geplagt“, lobte Lehrer Mayer die Anstrengungen der Schüler im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele der jungen Läufer schafften beeindruckende drei Runden. Im Anschluss gab es Staffelwettbewerbe zwischen den beteiligten Schulen.
Laufen für den guten Zweck
Im Vorfeld des Lauftages hatten die Schüler Sponsoren gewonnen, oft nahe Verwandte, aber auch Unternehmen, die ihre Laufleistung pro Runde finanziell unterstützen. Das gesammelte Geld soll für verschiedene Projekte eingesetzt werden, oder vor allem für die Kinderhilfe Uganda. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der Kindern und Jugendlichen in mehreren Volks- und weiterführenden Schulen in Uganda den Schulbesuch ermöglicht.

 Schulkinder laufen gemeinsam beim Lauftag im Stadionbereich von Unterwössen. © Flug
Schulkinder laufen gemeinsam beim Lauftag im Stadionbereich von Unterwössen. © Flug

Schulkinder laufen gemeinsam beim Lauftag im Stadionbereich von Unterwössen. © Flug

Mit relativ geringem finanziellem Einsatz – das Schulgeld für eine Volksschule liegt bei rund 40 Euro im Jahr – können so hunderte Kinder unterstützt werden. Die genaue Spendensumme wird erst in den kommenden Tagen feststehen, wenn die Schüler die versprochenen Beträge von ihren Sponsoren einsammeln.

Schulrektor Otto Manzenberger dankte für die Organisation des Lauftages der Lehrerschaft der beteiligten Schulen, Organisator Michael Mayer, dem Elternbeirat und der Feuerwehr, die die Laufstrecke sicherte.

Bildergalerie (zum Vergrößern einfach anklicken):

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